Ju-Jitsu, ausgesprochen „Dschu-Dschuts“ (jap. geschmeidige/flexible Kunst), ist der Oberbegriff für verschiedene Nahkampfsysteme, welche ursprünglich in traditionellen japanischen Kampfkunstschulen (Koryu) zwischen dem 13 bis 19 Jahrhundert entwickelt und gelehrt wurden. Diese Lehrinhalte wurden recht unterschiedlich benannt (z.B Yawara, Koshi-no-mawari, Yoroi-Kumi-Uchi) und unterschieden sich in Gewichtung auf Ausbildungsschwerpunkte beträchtlich.

 Wenn man es genau nimmt, ist Ju-Jitsu ohne spezifischen Bezug zu einer Koryu also keine exakt umrissene Kampfkunst. Obwohl es in Europa seit rund 100 Jahren Bestrebungen gab und gibt, „echte“ Samuraikriegskunst zu etablieren, blieben doch zu viele Geheimnisse/Wissen und alte Techniken verborgen. In Ermangelung daran griff man gerne auf hier besser bekannte und etabliertere japanische Kampfkünste jüngeren Datums (sog. Gendai Budo wie Judo, Kendo, Karate-do und Aikido) zurück. Dies nicht zuletzt auch in der Absicht, ein auf europäische Bedürfnisse angepasstes Selbstverteidigungssystem zu generieren.